| Schach, Ursprung und Metamorphose |
Kapitel 13 |
Schach in Asien |
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| Das Schachspiel ohne westliche Prägung | |||||||
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Alltägliche Straßenszene, Schachspieler in Thailand.
Thailändische Schachfiguren. Von links nach rechts: Boot (Turm), Pferd, Bauer, Baum (Läufer), Wesir (Dame) und König.
Chinesisches Schach |
Die Allgegenwart des Turnierschachs lässt aus westlicher Sicht oft das Bild von Schachtraditionen verblassen, die sich nicht von der arabisch-europäischen Spielgeschichte ableiten. Schach in Asien blickt zurück auf eine Vergangenheit, die direkt in das Geburtsland des Spiels führt. Im 10. Jahrhundert hatten die Brahmanen die Lehre Buddhas fast vollständig aus Indien verdrängt und möglicherweise begleitete auch schon das Schachspiel die fliehenden buddhistischen Mönche. Bezeichnenderweise sind heute in vielen asiatischen Ländern außerhalb Indiens Schach und Buddhismus bei weitem häufiger anzutreffen, als in ihrem gemeinsamen Ursprungsland.
Für die direkte Herkunft des Spiels aus Indien spricht beispielsweise im thailändischen Schach die Bezeichnung der Turmfigur. "Rüja", übersetzt Boot, verweist noch auf den indischen Rukh, dessen ursprüngliche indische Bedeutung neben Wagen auch als Schiff überliefert ist. Das Schachspiel in Thailand blieb auch unbeeinflusst von der europäischen Spielreform des 16. Jahrhunderts und folgt noch den alten Regeln, mit denen das Spiel das Abendland erreichte.
Thailändische Schachspieler kennen somit nur eine spielschwache "Dame" und beherrschen um so mehr das Spiel mit den übrigen Offizieren. Der Schachgroßmeister Schmid warnte vergeblich auf einem Turnier in Malta die Teilnehmer der deutschen Mannschaft vor den heimatlichen Spielgewohnheiten ihrer thailändischen Gegner. Diesen gelang es nach kurzer Zeit, einen Damentausch zu erreichen und die deutsche Seite befand sich augenblicklich im Nachteil.
Die Schachtradition in China verfügt über ein so hohes Alter, dass in der Vergangenheit einige Schachforscher versucht waren, die Ursprünge des Spiels in China zu vermuten. Die Bezeichnung einiger Figuren und zum Teil ihre Zugweise lassen auf eine frühe Abzweigung mit dem in Indien entstandenen Schachspiel schließen. Auf den 8 mal 8 zählenden Feldern des chinesischen Schachs werden die Figuren auf den Schnittlinien der Feldunterteilungen platziert. Die Grundlinie verfügt somit über neun Spielsteine, denen zwei nicht geschlossene Figurenreihen voranstehen, die aus zwei Geschützen und fünf, unseren Bauern entsprechenden Spielsteinen bestehen .
Ebenso wie die Schriftzeichen scheint auch das Schachspiel seinen Weg von China nach Japan gefunden zu haben. Hier verließen die Figuren ihre Positionen auf den Linien und fanden ihren Platz auf einer Spielfläche von neun mal neun Feldern.
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